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Jakob-Steffan-Preis an Monsignore Mayer
Dienstag, den 13. September 2011
„Ich freue mich, dass wir auch in diesem Jahr wieder zwei würdige Preisträger für den Jakob-Steffan-Preis 2011 auszeichnen konnten“, sagte Roland Schäfer, Vorsitzender des Vereins Rheinhessen gegen Rechts e.V. nach der Preisverleihung.
„Der Mainzer Ehrenbürger Monsignore Mayer hat sich insbesondere um die deutsch-jüdische Verbundenheit verdient gemacht.“ Mayer wurde für sein langfristiges Engagement gegen Rechtsextremismus und für eine starke Demokratie ausgezeichnet. Als Laudator konnte der Verein den Mainzer Bischof, Kardinal Karl Lehmann, gewinnen. In seiner Laudatio beschreib Kardinal Lehmann das bewegte Leben von Monsignore Mayer. Der Sohn eines jüdischen Kaufmann wuchs in Mainz auf und litt unter den Nationalsozialisten. Als „Mischling ersten Grades“, wie es damals hieß, stand Klaus Mayer ständig in Lebensgefahr. Nach dem Krieg trat Mayer dem Mainzer Priesterseminar ein und wurde 1950 zum Priester geweiht. In den 1970ern konnte er den jüdischen Künstler Marc Chagall für die Gestaltung der Kirchenfenster von St. Stephan gewinnen. Es ist das einzige Werk des Künstlers, dass er einer deutschen Kirche widmete.
„Ich bin immer wieder überrascht, wie ideenreich sich Kinder- und Jugendliche mit dem Nationalsozialismus auseinandersetzen“, meinte Schäfer zu dem Schülerprojekt der Albert-Schweitzer-Schule Ingelheim, das ebenfalls ausgezeichnet wurde. „Das Projekt zeigt, dass sich die Jugendlichen sehr viele Gedanken gemacht haben.“ Polizeipräsident Karl-Heinz Weber ging insbesondere auf das Leben Günter Loebs ein. Der Ingelheimer wurde von den Nazis deportiert und umgebracht. Die Jugendlichen haben sich mit fünf Collagen mit jüdischen Kinderschicksalen auseinandergesetzt und sich darüber Gedanken gemacht, welches Leben diesen Kindern verwehrt blieb. „Daraus sind fünf beeindruckende Collagenfiguren geworden.“, so Schäfer. Schäfer dankte auch der betreuenden Lehrerin Lilli Nonte. Auch Monsignore Mayer und Kardinal Karl Lehmann zeigten sich sehr beeindruckt von diesem Projekt.
„Es trifft sich ganz besonders, dass wir nicht nur Pfarrer Prälat Klaus Mayer für sein Leben danken und sein Lebenswerk ehren, sondern dass auch die jüngste Generation, hier die Klasse 9 V/10 der Ingelheimer Albert-Schweitzer-Schule den Jugendpreis für die Spurensuche „Jüdische Kinderschicksale aus unserer Region“ erhält. Die Klasse hat bei einem Landeswettbewerb schulartübergreifend den ersten Platz belegt.“, so Kardinal Lehmann.
Monsignore Mayer dankte den Schülerinnen und Schülern für das Projekt und rief ihnen das Zitat der Ausschwitz-Überlebenden Erika Rothschild zu: „Wer seine Geschichte vergisst, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen. Wer seine Vergangenheit vergisst, ist unfähig, die Gegenwart zu verstehen und die Zukunft zu steuern.“
Auch Integrationsministerin Irene Alt gratulierte den Schülerinnen und Schülern. Sie forderte dazu auf, immer wieder aktiv für eine starke Demokratie einzutreten.




