Suche
Zwanziger: Wir müssen unsere Demokratie stärken
Montag, den 09. Mai 2011
Mit DFB-Präsidenten Dr. Theo Zwanziger und 05-Präsidenten Harald Strutz konnte der Verein Rheinhessen gegen Rechts und die Jugendabteilung der Stadt Ingelheim einen prominenten Gast begrüßen. Thema des Abends war „Rechtsextremismus im Sport“. Zwanziger rief dazu auf, die Demokratie gegen ihre Feinde zu stärken.
„Immer wider merken wir, dass Rechtsextreme sich in allen gesellschaftlichen Bereichen breit machen. Das gilt auch für den Sport.“, meinte Roland Schäfer, Vorsitzender des Vereins Rheinhessen gegen Rechts e.V. Deswegen sei es umso wichtiger, sich mit diesem Thema zu beschäftigen und dafür zu sensibilisieren. „Es freut mich deswegen, dass Herr Dr. Zwanziger direkt bereit war, an einer solchen Veranstaltung teilzunehmen.“ Das die Veranstaltung in Ingelheim stattfand, freut den Ingelheimer Schäfer natürlich besonders.
Auch Bürgermeister Ralf Claus freute sich die hohen Gäste im Jugendhaus in Ingelheim begrüßen zu dürfen. Das Haus sei im letzten Jahr eingeweiht worden und die Partnerschaft mit Mainz05 habe sich bewährt. Claus verwies auch auf ein Projekt der Jugendabteilung in Zusammenarbeit mit der Spielvereinigung Ingelheim, bei dem es darum gehe, die sozialen Kompetenzen der Kinder und Jugendlichen zu stärken, sie bei den Hausaufgaben zu unterstützen und sie generell zu stärken.
In seiner sehr persönlichen Rede machte Zwanziger deutlich, warum sich der DFB in den letzten Jahren verstärkt dem Thema Rassismus und Diskriminierung gewidmet habe. Sein Vater sei im Krieg gefallen, berichtete der 65-jährige DFB-Präsident. Er habe sei bis zum Schluss davon überzeugt gewesen, für die gerechte Sache gekämpft zu haben.
Zwanziger, der seinen Vater nie kennengelernt hat, habe hingegen sehr früh erkannt, dass so etwas sich nie wiederholen dürfe. Zwanziger hat in den vergangenen Jahren einige Projekte zur Aufarbeitung der Rolle des Sports im Nationalsozialismus. Dem Vorwurf, er politisiere den Sport, tritt Zwanziger selbstbewusst entgegen. Man müsse auch im Sport gesellschaftliche Werte vermitteln. Einer davon sei die Unverletzlichkeit der menschlichen Würde und die Gleichheit aller Menschen.
Harald Strutz unterstrich die Wichtigkeit der Fanarbeit. Mit den Fanprojekten und gezielter Aufklärungsarbeit sei sein Verein aktiv. Damit habe man einiges erreicht. Die Projekte würden einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen Diskriminierung leisten. Rechtsextremisten hätten im 05er-Stadion nichts zu suchen.
Im Anschluss diskutierten Experten aus Theorie und Praxis. Moderiert wurde die Runde von Tabea Rössner, MdB. Angelika Ribler vom hessischen Landessportbund berichtete über ihre Arbeit im Beratungsnetzwerk. Immer wieder gäbe es Zwischenfälle in Vereinen. In den seltensten Fällen kämen die Vereine direkt auf sie zu. In der Regel würden Dritte sie über Vorfälle informieren.
Auch Andreas Müller von der Präventionsagentur des Landes Rheinland-Pfalz berichtete über die rechtsextreme Szene in Rheinland-Pfalz. Insbesondere zur Rekrutierung von Jugendlichen würde der Sport in der Rechtsextremen Szene genutzt.
Wolfgang Bärnwick, Präsident der Ingelheimer Spielvereinigung betonte, dass sein Verein keine Probleme mit Rechtsextremismus habe, da er auf Wertevermittlung im Verein baue.
Weitere Diskussionsteilnehmer waren Andreas Belz, Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus, Dr. Ohle Worgmann, Landessportbund, und Dirk Weber, Fanbeauftragter von Mainz05.




